St. Kitts

05 03 Karibik

 

 

Port Zante - St Kitts

 

Wir sind heute früh aus den Federn gesprungen, denn wir wollen uns noch vor dem Frühstück die Einfahrt in den Hafen von Basseterre, der Hauptstadt von Saint Kitts and Nevis, ansehen. St. Kitts und Nevis gehören zu den Kleinen Antillen, genauer gesagt zu den nördlichen Leeward Islands. St. Kitts und Nevis ist ein unabhängiger Staat im Commonwealth of Nations. Die Einfahrt in den Hafen Port Zante ist wunderschön. Die komplett grüne Insel wird von der tief stehenden Sonne beschienen und die Hügel und Berge bieten ein herrliches Panorama. Na das sieht doch schon mal vielversprechend aus.

 

Port Zante -Basseterre - St Kitts

Port Zante -Basseterre - St KittsDer hohe Berg links im Bild ist der 1156 m hohe Mount Liamuiga, der höchste Berg auf St. Kitts. St. Kitts besteht aus drei Vulkangruppen, die durch tiefe Schluchten getrennt sind.
Wir frühstücken zunächst einmal und machen uns dann auf den Weg zum Bus, der uns zum Sugar-Train bringt. Der Sugar-Train ist die St. Kitts Scenic Railway, eine Eisenbahn, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den Transport des Zuckerrohrs von den Feldern zu den Fabriken in Basseterre gebaut wurde. Da sich aber der Zuckeranbau heute nicht mehr lohnt kam ein geistreicher Insulaner auf die Idee Touristen mit der Bahn über die Insel zu fahren. Die Idee entwickelte sich im Laufe der Jahre zu der größten Touristenattraktion auf St. Kitts. Na das nenne ich mal einen Riecher haben.

St. Kitts Scenic Railway

 

Die Fahrt zum „Bahnhof“ endet nach wenigen Minuten in der Nähe des Flughafens, nördlich von Basseterre. Die St. Kitts Scenic Railway ist zum einsteigen bereit. Wir haben in den zweistöckigen Waggons die Möglichkeit sowohl im klimatisierten Abteil, als auch oben an der frischen Luft unter einen Sonnenschutz zu sitzen. Für jeden Passagier ist in beiden Etagen ein Sitzplatz vorhanden. Wir entscheiden uns, wie fast alle Passagiere, natürlich für die obere Etage. Festhalten, es geht los.

 

 

St. Kitts Scenic RailwayOben in der St. Kitts Scenic Railway

 

 

 

 

 

 

 

 

Lecker Rumpunsch in der St. Kitts Scenic RailwayMan oh man das schaukelt aber ganz schön, dabei haben wir doch noch gar keinen Cocktail getrunken. Was sich aber bald ändern sollte, denn alle Getränke sind im Ticket inbegriffen. In jedem Waggon befindet sich eine nette Bedienung, die uns mit frisch gemixtem Pina Colada, Cuba Libre, spezial Rumpunsch versorgt. Danach schaukelt der Zug noch mehr. :-)) Mit ein wenig Alkohol im Blut lässt sich auch gleich der einheimische Gesangsvortrag besser ertragen.

St. Kitts Scenic Railway


 

 

 

 

 

 

 

St Kitts Nordküste mit St Nevis im HinterhrundDie 55km lange und drei Stunden dauernde Fahrt geht zunächst quer über die Insel zur Nordseite von St. Kitts. An der Küste angekommen sehen wir in Richtung Osten die Nachbarinsel Nevis, also der zweite Teil von St. Kitts und Nevis. Nevis ist durch eine 3km breite Meerenge von St. Kitts getrennt. Gut sichtbar der Mount Nevis, mit 1090m höchster Berg auf Nevis.

St Kitts

 

 

 

 

Auf St. Kitts und Nevis leben zusammen 46000 Einwohner. 13000 davon in St. Kitts Hauptstadt Basseterre. Die zweitgrößte „Stadt“, Charlestown, liegt auf Nevis und hat 1700 Einwohner. St. Kitts hat eine Fläche von 175 Quadratkilometer, Nevis ist 90 Quadratkilometer groß.

 


Strände St KittsDie Fahrt geht weiter Richtung Nordwesten an der Küste entlang, um dann wieder ins Landsinnere zu drehen. Wir fahren vorbei an alten Zuckerrohrplantagen, von denen meistens nur noch ein Schornstein übrig geblieben ist. Teilweise steht neben dem Schornstein auch noch ein bewohntes Haus. Der Zucker brache der Insel zwischenzeitlich sehr großen Reichtum.

St. Kitts Scenic Railway überquert eine Brücke

 

 

 

Wo ich schon dabei bin, kann ich auch noch eine paar Zeilen zur Geschichte erzählen. Wer entdeckte St. Kitts? Na Klar Christoph Kolumbus, deshalb hieß St. Kitts zunächst auch Saint Christopher. Besiedelt wurde St. Kitts erst am Anfang des 17. Jahrhunderts. 1623 gründete Sir Thomas Warner die Kolonie St. Kitts. Danach ging der Besitz ständig zwischen Frankreich und England hin und her. 1783 viel St. Kitts endgültig an England.

 

St. Kitts Scenic RailwayDie Weltwirtschaftskrise 1920-1930 war der Beginn für ein eigenständiges St. Kitts and Nevis. 1952 wurde das Wahlrecht für alle eingeführt. 1958 erfolgte der Beitritt zur Westindischen Föderation. Das reichte den Einwohner von St. Kitts und Nevis aber nicht aus. 1967 erhielten die Inseln einen Autonomiestatus vom Vereinigten Königreich. Nun wollte man auch komplett eigenständig sein. So sollte es auch kommen. Großbritannien entließ Saint Kitts und Nevis 1983 endlich in die Unabhängigkeit.

St. Kitts Scenic Railway

 

 


Unterwegs kommen wir immer wieder an kleinen schwarzen Stränden vorbei. St. Kitts ist in der Karibik nicht gerade für seine Strände bekannt, aber ein paar gibt es schon. Besonders im Südwesten von St. Kitts erstreckt sich eine flache Halbinsel mit mehreren Stränden. Einer der schönsten ist sicher Frigate Beach. Der 1,5km lange Frigate Beach ist gut erschlossen, er bietet zahlreiche Wassersportmöglichkeiten, sowie mehrere Strandbars und Cafés.

 

St KittsSt Kitts

 

 

 

 

 

 

 

St Kitts

 

Wer mehr Ruhe benötigt der sollte zur Sandy Bank oder zur Turtle Bay fahren, dort gibt es nichts außer Sand. Sandy Bank liegt im Norden, alle anderen von mir erwähnten Strände liegen im Süden auf der Halbinsel St. Thomas Lowland. Ganz im Süden dieser Halbinsel, mit tollem Blick auf Nevis, befindet sich Cocklesshell Bay und Banana Bay Beach. Wer sowohl im Atlantik als auch in der Karibik baden möchte, der kann das an der schmalsten Stelle der Halbinsel tun. Hier liegen sich Friars Bay North und Friars Bay South gegenüber. Einen tollen Blick auf das Frigate Bay Basin hat man von Timothy Hill aus.

 

Sint Eustatius - st Kitts

Kinder auf St KittsWas uns während der Zugfahrt immer wieder auffällt ist die Freundlichkeit der Inselbewohner. Es ist unfassbar, sobald die Einheimischen den Zug vorbeifahren sehen winken und lächeln sie. Ich weiß nicht ob es das Naturell der Kittians ist oder ob sie es machen, weil sie wissen, dass der Tourismus die größte Chance ist an Geld zu kommen. Ich denke es ist eine Mischung aus beiden, aber es wirkt auf jeden Fall nicht aufgesetzt, sondern sehr natürlich. Egal ob man an einem Bahnübergang vorbei kommt, an einer Baustelle, durch eine Ortschaft fährt überall winken uns die Menschen zu. Der Höhepunkt ist, wenn wir an einem Kindergarten oder einer Schule vorbei kommen. Sobald die Kinder und die Erzieher den Zug entdecken springen sie auf und rennen wild winkend zum Zaun und rufen im Chor "Good Morning".
Mount Liamuiga St KittsWenn der Zug mal wieder von der Küste ins Landesinnere dreht, fällt unser Blick immer wieder auf den fast immer Wolken verhangenden Vulkan Mount Liamuiga. Der Berg hieß früher Mount Misery und ist wie schon erwähnt 1156m hoch. Die Wolken über den Berg kommen nicht von ungefähr, denn die Hänge des Mount Liamuiga sind von dichtem Regenwald bewachsen, der in höheren Lagen in dichtes Buschwerk übergeht. Man kann den Mount Liamuiga auch besteigen. Allerdings braucht man dafür einen ortskundigen Führer. Auf der Celebrity Equinox wurde auch solch eine Tour angeboten. Es gibt aber auch regionale Anbieter. Zum Beispiel Greg Safaris. Der Aufstieg zum Krater, des zum letzten Mal 1692 ausgebrochenen Vulkans, dauert 2,5 Stunden. An der Küste sind mit den bizarren Black Rocks noch Überreste eines Lavastroms sichtbar, der sich bei einem vergangenen Vulkanausbruch einmal ins Meer ergoss.

St. Kitts Scenic RailwayZum Ende der kurzweiligen Zugfahrt haben wir noch einen schönen Blick auf die Nachbarinsel  Sint Eustatius.
An der Endstation der St. Kitts Scenic Railway schauen wir uns die Lokomotive mal genauer an. Sie wurde zusammen mit vielen anderen Teilen der Eisenbahn aus England importiert. Auf uns warten bereits die Busse, mit denen wir entlang der Südküste zurück nach Basseterre gefahren werden. Unterwegs kommen wir an der Festung Brimstone Hill Fortress vorbei.

Lok der St. Kitts Scenic Railway

 

 

Die Festung ist die größte militärische Anlage auf den Kleinen Antillen überhaupt und gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Eigentlich wollten wir das Fort ebenfalls besichtigen, aber wie das eben so ist, man kann nicht alles haben. Die Festung wurde unter der Herrschaft der Engländer von afrikanischen Sklaven zwischen 1690 und 1790 errichtet. Das Brimstone Hill Fortress wurde auf einer Höhe von 240m teilweise aus dem Fels herausgearbeitet. Seine über 2,5m dicke Mauern mussten im 18. Jahrhundert einige französisch-britische Schlachten aushalten. 1782 erlitten die Franzosen hier eine empfindliche Niederlage, als sie mit 31Kriegschiffen und 8000 Soldaten versuchten die Festung zu erobern. Auch deshalb bekam die Festung den Nickname "Gibraltar der Karibik". Von der Festung hat man einen herrlichen Ausblick über die Nachbarinseln Saba und St. Eustatius. Bei gutem Wetter sollen sogar Montserrat, St. Maarten und St. Barth zu sehen sein.
 

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