Kuba - Santiago de Cuba

Kuba - Santiago de Cuba

 

Naturhafen von Santiago de CubaLetzte Station unserer Kreuzfahrt, bevor es zum relaxen an den Strand der Dominikanischen Republik ging, war Kuba. Als es am 27. Oktober 1492 von den Herren entdeckt wurde, der sich total vernavigiert hatte, heiß es noch Colba. Christoph Kolumbus wollte ja bekanntlich nach Indien und veränderte stattdessen die Karibik von Grund auf. Wie auf allen Inseln wurden auch hier die Indianer innerhalb kürzester Zeit fast ausgerottet. Da aber noch billige Arbeitskräfte für die Plantagen benötigt wurden, waren nun die Afrikaner dran.  Zunächst mussten sie auf Tabakplantagen leiden, ab dem 19 Jahrhundert dann auch auf den Zuckerplantagen. Auf den umliegenden Inseln wurde die Sklaverei so langsam abgeschafft, damit wurde dort der Zucker teurer und auf einmal war der kubanische Zucker der günstigste am Markt.

Naturhafen von Santiago de Cuba

 

In Der Zeit von 1868 bis 1898 kann es immer wieder zu Bürgerkriegen, bis die USA eingriffen und 1902 eine kubanische Republik ausriefen. Allerdings blieben die USA der heimliche Herrscher des Landes. 1903 gründen die USA den Militärstützpunkt Guantanamo, der fast 100 Jahre später traurige Berühmtheit erlangen soll. Hier halten die USA Terrorverdächtige ohne Beweise jahrelang gefangen. Es handelt sich dabei um politische Gefangene die der El Kaida nahe stehen oder direkt in deren Anschläge verwickelt sein sollen.

 

El moro vom wasserAls der Zuckerpreis in den 1920er im Zuge der Weltwirtschaftskrise ins Bodenlose viel, kam es zu blutigen Unruhen. In dieser Zeit taucht Fulgencio Batista zum ersten Mal in der Politik Kubas auf. In der Zeit von 1940 bis 1959 kommt er zwei Mal an die Macht. Aber auch unter seiner Herrschaft geht es dem Volk nicht wirklich besser. Kuba wird zum Vergnügungszentrum der Karibik. Die Mafia, Korruption und Prostitution sind allgegenwärtig. Was resultiert aus der Unzufriedenheit? Richtig, der nächste Aufstand. Schon am 26. Juli 1953 scheitert ein gewisser Fidel Castro, zu der Zeit ein junger aufstrebender Rechtsanwalt. Nach zwei Jahren im Gefängnis geht er ins Exil nach Mexiko. Hier sammelt er erneut Anhänger um sich, unter anderem Ernesto »Che« Guevara. Zurück in Kuba begannen sie bereits 1956 als Guerilleros den Kampf gegen Präsident Batista, den sie am 8. Januar 1959 mit der Erstürmung von Havanna gewannen. Fidel Castros Politik richtet sich gegen die Großgrundbesitzer, sie werden enteignet. Unter Castro verhärten sich auch die Fronten zu den USA sehr schnell. Castro verbietet das Glücksspiel, die Prostitution und legt sich mit der Mafia sowie dem CIA an. Das ganze eskaliert 1962 in der Kubakrise. Die damalige UDSSR und die USA testeten ihre Grenzen aus und es kam fast zum Atomkrieg. Kuba wurde nun zum Ziehkind der UDSSR und Fidel Castro machte es zum sozialistischem Musterland.

Santiago de Cuba

 

 

Das Bildungsniveau wurde extrem gefördert, aber natürlich auch in die gewünschten Bahnen gelenkt. Das Gesundheitssystem wurde zum besten der gesamten Karibik ausgebaut. Zum Beispiel sterben bei der Geburt weniger Kinder als in den USA. Aber was nun? Die UDSSR und die DDR gibt es nicht mehr, mit China versteht sich Fidel Castro nicht. Langsam aber sicher gibt es keine Gleichgesinnten mehr. Der Wirtschaft geht es immer schlechter, wenn Kuba so weiter macht steht es vor dem Zusammenbruch. Es dürfte sehr spannend sein wie es weiter geht.
Warum ich euch das alles so ausführlich erzählt habe? Damit ich Platz für die vielen Bilder der beeindruckenden Einfahrt in den tollen Naturhafen von Santiago de Cuba habe. :-)


Santiago de CubaSantiago de Cuba liegt an einer großen Bucht, am Fuße der Sierra Maestra. Der Naturhafen hat die Stadt von je her zu einem bedeutendem Handelsplatz gemacht. Die gute Anbindung an die Hauptstadt Havanna und der internationale Flughafen tragen ihren Teil dazu bei.
Santiago de CubaSantiago de Cuba gilt als die karibischste Stadt der Insel, hier ist das Völkergemisch am größten. Hier wohnen einfache Leute, die Großgrundbesitzer lebten schon immer in Havanna. Aus eben diesem Grund wurde auch die Hauptstadt 1549 von Santiago nach Havanna verlegt. Dieses Bevölkerungsgemisch ist auch Grundlage dafür, dass alle Revolutionen von Santiago begonnen wurden.  Auch Fidel Castro begann hier mit dem Sturm auf die Moncada seine Revolution.
Nachdem wir uns den Naturhafen entlang, vorbei an Festungen, Wohngegenden und einem hässlichen Kohlekraftwerk geschlängelt haben, werden wir am Kai von einer Militärkapelle begrüßt. Die Begrüßung hier ist schon etwas anders, freundlich, aber doch etwas zugeknöpft. Wir beginnen unsere Besichtigung mit einer Stadtrundfahrt. Eine gute Entscheidung, denn so erleben wir in kurzer Zeit die unterschiedlichen Gesichter Santiagos.

 


Parque Cespedes - CathedralErster Stopp ist der Vorzeigeplatz in Santiago de Cuba, der Parque Cespedes. An der Südseite ragt  die Cathedral empor. Sie steht hier seit 1922 und ersetzt die alte Holzkirche von 1516, die bei einem Feuer restlos nieder brannte. Es ist die einzige Kirche Kubas mit angegliedertem Museum.

Parque Cespedes - Ayuntamiento

 

 

 

 

Ebenfalls am Parque Cespedes steht das Ayuntamiento. Ayuntamiento  ist ja wie wir aus diversen Spanien Urlauben wissen, dass Rathaus. Das ist hier auch so gewesen. Das weiße Gebäude mit seinen blauen Balkonen ist  inzwischen Sitz der kommunistischen Partei Santiagos. Es ist ein sehr geschichtsträchtiges Gebäude, denn vom Balkon des Gebäudes hielt Fidel Castro am 1. Januar 1959  seine erste Rede als Staatschef, nachdem er Diktator Batista aus dem Land gejagt hatte.

Parque Cespedes - Hotel Casa Grande

 

Einen guten Überblick über den Parque Cespedes, den Hafen, bis hin zur Sierra Maestra hat man von der Dachterrasse des Hotel Casa Grande. Weiter geht es, vorbei an der Moncada Kaserne, die am 26. Juli 1953 von Fidel Castro und seinen Anhängern gestürmt wurde, zum Cementerio Santa Ifigenia. Der Friedhof wurde schon 1937 zum Nationaldenkmal Kubas erklärt und gleicht einer Totenstadt.

 

 

Cementerio Santa IfigeniaHier haben sich wichtige Persönlichkeiten regelrecht Villen oder gar Paläste als Grabmäler bauen lassen, unter anderem auch die Nachfolger der Gründer der Bacardi-Fabrik.

Cementerio Santa Ifigenia

 

 

 

 

 

 

Der Höhepunkt dieser Besichtigung ist das Grabmal von José Martí, dem Held der Befreiungskriege. Seit etwa dem Jahr 2003 findet dort regelmäßig eine Wachablösung mit lautstarker Musik statt. Das Grabmal ist ein auf Säulen stehender Rundbau in dessen vertieften Inneren ein Sarg mit kubanischer Flagge aufgestellt ist.

 

 

Plaza de la Revolution - Platz der Revolution - KubaUns führt der Weg weiter zum Plaza de la Revolution. Der Platz der Revolution wird von einem für westliche Augen fast erdrückendem Monument beherrscht. Es ist schon fast ein Kriegsverherrlichendes Bauwerk.

 

 

 

Militärischen Symbole Kubas

 

Kein Wunder, denn das Denkmal aus Bronze und grünem Mamor soll an den Freiheitskämpfer Antonio Maceo und seine Anhänger erinnern. Die vielen Spitzen sollen die Macheten symbolisieren, mit denen sie kämpften. Nun ja uns gefällt dieses Denkmal überhaupt nicht, aber in diesem Zusammenhang hier auch noch ein paar Bilder von den vielen militärischen Symbolen, die uns in der Stadt aufgefallen sind.

 

 

 

Zigarrenfabrik - Santiago de CubaTypische Oldtimer in Kuba

 


 

 

 

 

 

 

ZigarrenfabrikDer nächste Punkt unserer Stadtrundfahrt ist eine Zigarrenfabrik, wobei Fabrik wohl zu viel gesagt ist. Hier ist alles echte Handarbeit. Vom zuschneiden der Blätter, übers rollen, bis zum verpacken. Sehr interessant, aber man kommt sich vor als wenn man einen sehr alten Film über die ersten Fabriken in der Zeit um 1930 sieht. Die Arbeiter und Arbeiterinnen versuchen uns unter der Hand Zigarren zu verkaufen um ihren Lohn ein wenig aufzubessern. Natürlich ist das streng verboten und wenn man versucht die Teile auszuführen, dann gibt es richtig Ärger.

Festungsanlage El Morro


 

 

 

 

 

 

Ela und Holger auf El Morro

 

Letzte Station der Tour ist die Festungsanlage El Morro, an der Einfahrt zur Bucht von Santiago. Das ist genau die Anlage, die wir schon bei unserer Einfahrt mit der AIDA gesehen haben. Das "El Morro" gilt als herausragendes Beispiel spanischer Militärarchitektur. Der spanische König Phillip II ließ die Festung, die nie erobert wurde, ab 1640 bauen. Von hier oben haben wir einen tollen Blick auf die Bucht von Santiago, die Karibikküste und die Sierra Maestra. Wir betreten die Festung über eine Zugbrücke und tauchen in eine andere Zeit ein. In der verwinkelten Anlage mit den mächtigen Steinmauern und Kanonen fühlt man sich um hunderte Jahre zurückversetzt.

 

Taxi in Santiago de CubaAIDA in Santiago de Cuba

 
 

 

 

 

 

 

 

Cabaret Tropicana - HavanaAbends genossen wir in Santiago de Cuba das Cabaret Tropicana, eine weltberühmte Tanzrevue in Glitzerkostümen, die über die Jahrzehnte nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt hat. Immer noch treten hier die besten Revuegirls Kubas auf. Es handelt sich um eine farbenprächtige Tanzshow in einem eigens dafür errichteten Komplex mit Open-Air-Bühne. Die Show bietet afro-karibisches Flair mit Live-Musik.  Cabaret Tropicana - Santiago de Cuba

Die Kreuzfahrt ist leider zu Ende, nun geht es an den Traumstrand von Punta Cana...