Wenn ihr die unteren Zeilen auf der letzten Seite aufmerksam gelesen habt, dann werdet ihr schon herausgelesen haben, dass Naxos die sinnvollere Entscheidung für uns war. Wir wollen ja morgen weiter nach Amorgos und da stehen die Chancen auf Naxos mit der großen Blue Star Naxos einfach deutlich besser. Die unruhige Überfahrt ging zunächst nach Santorini und von den ausgelegten Spukbeutel wurde reichlich Gebrauch gemacht. Zum Glück sind wir als Kreuzfahrtfans Seefest und machen uns per Handy auf die Suche nach einem Hotel für heute Nacht. Naxos scheint ganz gut gebucht, aber ein paar ganz nette Buden sind noch dabei. Wir entscheiden uns für Mariet Naxos Spa Suites. Das Hotel liegt nur 400 Meter vom Hafen entfernt in der Chora von Naxos. Für heute wird es sicher okay sein und morgen wollen wir ja weiter nach Amorgos. Wir haben inzwischen Santorini verlassen und fahren über ein ziemlich freies Stück in Richtung Naxos. Die Fahrt fühlt sich teilweise an wie mit dem Karussell Break-Dancer und einige Passagiere haben wirklich heftig zu kämpfen. Die Hafeneinfahrt in Naxos ist der Höhepunkt , die Seajet 2 schlägt einen großen Bogen und kreuzt vorsichtig die Wellen. Das ist aber mit einem Katamaran gar nicht so einfach und somit schaukelt es hier richtig heftig. Kurze Zeit später erreichen wir die Hafeneinfahrt und es fühlt sich an als wäre nie etwas gewesen. Der Weg zu unserem Hotel führt uns zum ersten Mal an der Promenade entlang. Unser Hotel liegt etwas versteckt in der zweiten Reihe. Wir checken kurz ein und gehen dann zu einem Ticketshop, um uns ein Blue Star Fährticket für morgen zu kaufen. Danach suchen wir uns dann ein Restaurant, um den Abend ausklingen zu lassen.
Am nächsten Morgen gilt der erste Blick dem Wetterbericht, der weiterhin starken Wind anzeigt. Da kommt auch schon eine SMS von Blue Star Ferry. Die Abfahrt der Blue Star Naxos in Piräus verschiebt sich wegen des Wetters von 8:00 Uhr auf 11:00 Uhr. Hmmm na kann man nichts machen. Dann gehen wir erstmal frühstücken. Während des Frühstücks kam dann die nächste SMS von Blue Star, mit der Mitteilung, dass die Blue Star Naxos heute gar nicht ablegen kann. Da stellt sich für mich die Frage, warum heißen Fähren, Fähren, wenn sie nicht fahren. :-)

Also wieder kein Amorgos… Das wäre dann die zweite von vier Nächten Amorgos die wegfällt. Für zwei Nächte lohnt Amorgos eigentlich nicht. Also planten wir kurzer Hand komplett um. Wir entschieden uns schweren Herzens dazu Koufonissi komplett zu streichen, zwei weitere Nächte auf Naxos zu bleiben und dann nach Amorgos zu fahren und dort wieder vier Tage zur Verfügung zu haben.
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Das stornieren und umbuchen der Hotels funktionierte reibungslos. Da sich vor den Ticketschalter inzwischen endlos lange Schlangen gebildet hatten, kümmerten wir uns zunächst nicht um das Ticket für die Fähre. Wir sind ja nun noch zwei volle Tage hier und haben es nicht eilig, um unser Ticket zu tauschen. Ein Hotel für die nächsten zwei Tage war auch schnell gefunden, wir entschieden uns für das sehr schöne „El Puerto Luxury Port Suites“. Die Suite ist sehr schön eingerichtet und liegt sehr dicht am Hafen. Der Gastgeber ist sehr nett und versorgt uns per Whatsapp noch mit reichlich Tipps für unseren spontanen Naxos Aufenthalt.
Inzwischen haben wir die Promenade mit ihren zahlreichen Cafés und Tavernen erkundet, sowie die eine oder andere Yacht im Hafen bestaunt. Unser Weg führt uns weiter am Rathaus mit seiner Statue vorbei, bis zum Agios Georgios Beach.
 
Der Agios Georgios Beach ist so etwas wie der Hausstrand von Naxos-Stadt. Gleich hinter dem Strand befinden sich einige kleinere Hotels und direkt am Strand stehen ein paar Tavernen. Alles ganz okay, aber nichts Besonderes.
 
Nach einem kleinen Erfrischungsgetränk machen wir uns auf den Weg zum anderen Ende der Stadt.
Dort steht auf der vorgelagerten Insel Palátia das antike Tempeltor Portara. Das sechs Meter hohe Tempeltor Portara ist das Wahrzeichen von Naxos.
Die Insel Palátia ist über einen 100 Meter langen Damm zu erreichen, aber bei dem Sturm heute spritzt das Wasser im hohen Bogen auf den Damm. Wir müssen schauen das wir eine Lücke erwischen, sonst bekommen wir nasse Füße.
 
Puh gerade so gutgegangen. Von der Insel Palátia bietet sich uns ein grandioser Blick zurück auf Naxos.
Die Portara von Naxos wurde Anfang des 6. Jh. v. Chr. errichtet und sollte Teil eines großen Apollon-Tempel sein. Der Tempel wurde aber nie fertig gestellt. Die Archäologen wissen bis heute noch nicht warum der Tempel nicht vollendet wurde. Die Seitenteile der Portara wiegen jeweils 20 Tonnen und stammen aus den 10 km entfernten Flerio Steinbrüchen.
Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn um den abgesperrten Bereich der Portara herum. Es ist erstaunlich wenig los, so dass wir in Ruhe Fotos machen können. Abends ändert sich das schlagartig, die Portara ist der Sunsetspot in Naxos-Stadt und immer gut besucht. An der zur Stadt hin gewandten Seite befinden sich noch ein paar richtig große Marmorblöcke, die die Umrisse des Tempels verdeutlichen.

Noch einmal genießen wir den Blick auf die Portara und Naxos, bevor wir die Insel Palátia verlassen und in die Chora von Naxos eintauchen.
 
Unser Ziel ist das Kastro von Naxos-Stadt. Das Kastro ist die einzige noch erhaltene Burganlage der Venezianer außerhalb Italiens, sowie das ganze Viertel drum herum. Die Burganlage wurde im 12 Jahrhundert erbaut und wurde während unseres Besuches gerade renoviert, so dass eine Besichtigung nur sehr eingeschränkt möglich war. Der Weg führt uns über schmale, lаbyrinthartigе Gassen vom Hаfеn bis Krispi-Turm am Nordtor. Aber auch am Krispi-Turm wird gerade gebaut.
 
Zwölf Türme sollen das Kastro von Naxos früher bewacht haben, von denen ist nur der Krispi-Turm übrig. Von den Eingangstoren ist neben dem Trani Porta, dem Nordtor, noch das Paraporti im Süden erhalten. Auf dem zentralen Platz des Kastros befindet sich die Kirche und ehemalige Kathedrale Mitropolitikos Naos Ypapantis tou Kyriou. Rings um den Platz haben sich Ateliers, Werkstätten, Museen und Gemeindehäuser angesiedelt. Ach das immer wieder erwähnte „Archäologische Museum“ von Naxos befindet sich hier oben. Stattdessen gehen wir aber lieber ins Restaurant Avaton 1739, denn von deren Dachterrasse haben wir einen wunderbaren Blick über fast ganz Naxos-Stadt.
 
Nach diesem wunderbaren Blick verlassen wir das Kastro von Naxos und gehen noch eine Weile kreuz und quer durch die Chora von Naxos Stadt.
 


 
Wieder unten an der Promenade angekommen gehen wir erstmal etwas trinken, bevor wir uns den Sonnenuntergang ansehen wollen. Allerdings nicht mit hundert Anderen an der Portara, sondern dort wo der Damm zur Portara beginnt. Hier sind wir ganz alleine und können den Sonnenuntergang in Ruhe genießen.
 
Noch ein Cocktail am Hafen von Naxos Stadt, mit Blick auf den Hafen von Naxos
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