Tennis US-Open - USTA Billie Jean King National Tennis Center

Sport- und Tennisversand Peters GmbH

 

USTA Billie Jean King National Tennis CenterSo nun haben wir jede Menge Highlights von New York gesehen, aber eins fehlt noch! Eine New York Reise wäre für uns aktive Tennisspieler ohne den Besuch des USTA Billie Jean King National Tennis Center im Stadtteil Queens einfach nicht vollständig gewesen. Auf der Anlage des nationalen Tenniszentrum der Vereinigten Staaten findet immer Anfang September die US Open, neben den Australien Open, den French Open und Wimbledon, dass vierte und letzte Grand Slam Turnier des Jahres statt. Da unser Hotel ja in Jersey City lag machte es wenig Sinn mit dem Mitwagen quer durch Manhattan zu gurken und am Abend wieder zurück zum Hotel zu fahren. Erstens wäre ein ganzer Tag draufgegangen und zweitens wäre das sicher super nervig bei dem Verkehr gewesen. Da unser Flug aber erst am späten Nachmittag ging, überlegten wir uns, das USTA Billie Jean King National Tennis Center auf dem Weg zum John F. Kennedy Flughafen zu besuchen. Um dort hin zu gelangen fahren wir von New Jersey nach Staten Island und von dort über Verrazzano Bridge zum Brooklyn-Queens Expressway (I-278). Weiter durch trostlose Wohngegend über den Grand Central Parkway und den East/Northern Boulevard zum Van Wyck Expressway. Queens ist mit einer Fläche von 311km² sehr groß und bietet jede Menge Platz für die vielen legalen und illegalen Einwanderer.

USTA Billie Jean King National Tennis Center

 

 

 

 

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Insgesamt sollen hier über 130 Nationalitäten leben. Queens ist das ethnisch gemischteste Viertel der Stadt und hier wird es deutlich was gemeint ist, wenn vom Vielvölkergemisch in New York die Rede ist. Den Van Wyck Expressway in Richtung South verlassen wir an der Ausfahrt 12A in Richtung College Point Boulevard. Von hieraus ist das Tennis Center bereits bestens ausgeschildert. Dieser Bereich von Queens gehört zum Bereich Flushing Meadows. Das Tennis Center gehört zum Corona Park, in dem 1939 und 1964 die Weltausstellung stattgefunden hat. Wir fahren zunächst einmal um die Anlage herum und halten am Parkplatz B. Das ist in der Nähe des East Gate. US Open SchildEs schüttet wie aus Eimern, aber trotzdem steigen wir aus. Hier sind ein paar öffentliche Freizeitplätze, aber die Anlage des USTA Billie Jean King National Tennis Center ist fest verschlossen. Das kann ja wohl nicht alles gewesen sein, oder? Wir steigen ins Auto und fahren zum Parkplatz A. Ein Auto auf dem Parkplatz? Ist hier etwa auch alles verschlossen?
Wir steigen aus und gehen zum Haupteingang des Arthur Ashe Stadions, auch zu! Na toll das kann es doch nicht sein! Ahhhh links neben den Stadion Eingang ist ein Tor und wer hätte das gedacht, es steht weit offen. Also schnell rein, bevor es jemand zumacht. :-))
Uff geschafft, da sind wir nun endlich auf der Anlage der United States Tennis Association (USTA).


Eingang des USTA Billie Jean King National Tennis CenterUSTA Billie Jean King National Tennis Center heißt die Anlage seit dem 28. August 2006, als sie den Namen zu ehren der legendären US - amerikanischen Tennisspielerin bekam. Rechts vom Eingang A befinden sich einige Trainingsplätze und anschließend die ersten Nebenplätze ohne oder nur mit kleiner Tribüne. Die Anlage gibt es seit August 1978 und seit dem werden hier auch die US-Open ausgetragen. Die Anlage der damaligen US-Open in Forest Hills wurde zu klein und ein Ausbau war nicht mehr möglich. Nach dem Regen werden die Plätze getrocknet

 

 

 

 

 

 

 

Beim Anflug auf den La Guardia Airport blickte W. E. Hester, der damalige Präsident der USTA, auf den seit der Weltausstellung 1964 nicht mehr genutzten Teil des Corona Parks. Bei diesem Anblick kam ihm die Idee, hier einen neuen Austragungsort für die US-Open zu erbauen. Gedacht, getan! Schon im nächsten Jahr wurden hier zum ersten Mal die US-Open ausgetragen.

Blick über die Außenplätze der US-Open

 

Arthur Ashe Stadion - New York

Neben den 14 Nebenplätzen hat die Anlage heute 3 Stadioncourts. Prunkstück des USTA Billie Jean King National Tennis Center ist das Arthur Ashe Stadion. Diese Megaschüssel wurde 1997 gebaut und ist mit 22547 Zuschauern das größte Tennisstadion der Welt. Im gleichen Bauabschnitt wurde die Kapazität des Luis Armstrong Stadion von 18000 auf 10000 Zuschauer verkleinert. Damit verlor das Stadion seinen Center Court Status natürlich an das Arthur Ashe Stadion und wird nun als Court Number 1 genutzt. Das dritte Stadion ist der Grandstand, es hat eine Kapazität von nur 5000 Zuschauern und liegt am East Gate der Anlage.

 

 

Luis Armstrong Stadion - New YorkLuis Armstrong Stadion - US-Open

 

 

 

 

 

 

 

Herren Draw 2007 mit dem Sieger Roger FedererLeider sind die Stadioncourts alle fest verschlossen und es ist uns nicht möglich irgendwo einen Blick zu erhaschen. Trotzdem schlendern wir kreuz und quer über die Anlage und ich lasse mal wieder die Kamera sprechen. :-))
Die ersten Tennismeisterschaften hießen "US National Singles Championships for Men" und wurden 1881 in Newport, Rhode Island, ausgespielt. Das Turnier wurde auf Rasen gespielt und fand auf der  altehrwürdigen Anlage statt, auf der noch heute das ATP Turnier von Newport ausgetragen wird. Auch diese Anlage und das dazugehörige Museum, sowie die Hall of Fame haben wir auf unserer diesjährigen Reise besucht. Hier geht es zur Tennis Hall of Fame and Museum.

 

In Newport waren, wie der Name "US National Singles Championships for Men” schon verrät, nur Männer zugelassen. Es wurden die Meister im Herren-Einzel und Herren-Doppel ermittelt. Die Damen mussten sich bis 1887 gedulden, dann wurden im Philadelphia Cricket Club mit den "US Women's National Singles Championship" die ersten US Meisterinnen ermittelt. Ein Jahr später folgte dann auch das Damendoppel. Die erste Meisterschaft an denen sowohl Männer als auch Damen teilnahmen, waren 1892 die ersten US Meisterschaften im gemischten Doppel. Die einzelnen Disziplinen wurden als autarke Turniere, weit über die USA verstreut, durchgeführt.

Ela schaut auf das Arthur Ashe Stadion - US-Open

 

 

 

 

 


1914 schließlich fasste man die nationalen amerikanischen Meisterschaften im Tennis zu einem gemeinsamen Turnier zusammen und trug es fortan in Forest Hills im New Yorker Ortsteil Queens aus. Der Bodenbelag war nach wie vor Rasen. Das Turnier entwickelte sich neben Australian Open, den French Open sowie Wimbledon zum bedeutendsten Turnier der Welt. 1933 wurde dann der Grand Slam Status geboren, zu dem die eben genannten Turniere gezählt wurden. Zu dieser Zeit war Tennis längst international und Spieler/innen aus allen Herren Länder nahmen an den amerikanischen Tennis-Meisterschaften teil. In den 1960er Jahren gab es dann die ersten Profis, denen die Teilnahme an den amerikanischen Tennis-Meisterschaften allerdings verweigert wurde. Dies änderte sich erst 1968, als erstmals in der Geschichte der amerikanischen Tennis-Meisterschaften auch Profis die Teilnahme am Turnier erlaubt wurde. Die US-Open waren geboren.

Holger vor dem Arthur Ashe Stadion


Arthur Ashe MemorialDas Preisgeld war von Anfang an beachtlich, so ging es schon bei der ersten Auflage um 100.000 US-Dollar Preisgeld. Die Sieger der ersten US-Open waren bei den Damen Virginia Wade und bei den Herren der später an AIDS gestorbene Arthur Ashe. Ihm zu Ehren steht auch auf dem großen Platz gegenüber des Arthur Ashe Stadion ein Denkmal. Arthur Ashe war der erste farbige Grand Slam Turnier Gewinner. Als wir über die Anlage schlichen waren die US-Open 2007 gerade zu Ende gegangen. Bei den Damen siegte Justin Henin und bei den Herren zum vierten Mal hintereinander Roger Federer, der ATP Tour Dominator der letzten Jahre. Wenn er so weiter macht, kann er sogar Rekordtitelhalter werden. Das sind bei den Herren Richard Sears in den 1880er, William Larned und Bill Tilden in den 1920ern mit 7 Siegen. Bei den Damen führt mit 8 Titeln in den 1920ern Molla Mallory.


Arthur Ashe Stadion - USTA Billie Jean King National Tennis CenterBis 1974 wurden die US Open noch auf Rasen ausgespielt. 1975 kam es dann zur Umstellung von Rasen- auf Hartplatz. Bis 1977 spielte man dann in Forest Hills auf Hartplatzbelägen, bevor die US-Open 1978 nach Flushing Meadows umzogen. Der Hartplatz im USTA Billie Jean King National Tennis Center besteht aus "DecoTurf". Hierbei handelt es sich um eine Mixtur aus Silikon, Acryl, Gummi und Hartstoffen wie Asphalt und Beton. Auf diesem Bodenbelag werden die meisten Turniere der US-Hartplatz Serie gespielt und auch bei den Australien Open wird dieser Belag bevorzugt. An den  US-Open nehmen jedes Jahr insgesamt gut 600 Tennis-Profis teil. In den Einzelkonkurrenzen jeweils 128 Damen und Herren. Hinzu kommen die Doppel-, Mixed-, Junioren-, Senioren- sowie auch Rollstuhlwettbewerbe. Außerdem noch die jenseits Platz 100 in der Weltrangliste platzierten Spieler, die bereits eine Woche vorher in einem Qualifikationsturnier versuchen, sich einen Platz im Hauptfeld des Grand Slam Turniers zu erkämpfen.

Steffi und Boris bei ihren Siegen bei den US-OpenAls einziges Grand Slam Turnier wird bei den US-Open auch im entscheidenden Satz bei 6:6 ein Tiebreak gespielt. Bei den Australien Open, den French Open und Wimbledon wird im letzten Satz gespielt bis einer zwei Spiele Vorsprung hat.
Die vorerst letzte Änderung im Turnier gab es 2006, als "Hawk-Eye" System eingeführt wurde. Zweimal pro Satz können die Spieler nun die Schiedsrichterentscheidungen durch computergestützte Animationen überprüfen lassen. Hat der Spieler Recht und der Schiedsrichter liegt mit seiner Entscheidung falsch, bleibt es bei zwei Überprüfungsmöglichkeiten für den Spieler.

In der Regel gibt es das Herrenfinale an einem Sonntag zu sehen, bei den Damen ist es bisher immer ein Samstag gewesen. Nur dreimal wurde das Finale wegen Regens auf den nächsten Tag verschoben. Der Besuch des USTA Billie Jean King National Tennis Center, der Heimat der US Open hat sich voll und ganz gelohnt.

Nach etwa 1,5 Stunden haben wir jeden zugänglichen Winkel der Anlage gesehen und machen uns auf dem Weg zum Flughafen…
 

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